Ein Erstgespräch über eine neue Website läuft fast immer gleich ab. Nach ein paar Minuten kommen die Fragen, und es sind meistens dieselben fünf: Wie lange dauert das, was kostet es, was ist alles dabei, bringt mir das mehr Anfragen, und mit welchem System arbeitet ihr.
Diese fünf Fragen sind richtig. Du hast ein Budget, einen Termin im Kopf und willst am Ende zwei oder drei Angebote nebeneinanderlegen können. Genau dafür sind sie gemacht, und dafür funktionieren sie gut.
Auffällig ist eher, was in diesen Gesprächen selten vorkommt. Drei Fragen entscheiden darüber, ob die fertige Website tatsächlich dir gehört und ob sie im laufenden Betrieb etwas bringt. In den Angeboten, die wir zu sehen bekommen, steht dazu keine Zeile. Dieser Beitrag stellt sie neben die fünf üblichen, damit du beim nächsten Telefonat beide Seiten im Kopf hast.
Was die fünf üblichen Fragen beantworten, und was offen bleibt
| Deine Frage | Was du damit erfährst | Was sie offenlässt |
|---|---|---|
| Wie lange dauert das? | Wann die Seite online geht | Wer sie danach betreut, wenn sich etwas ändert |
| Was kostet es? | Den Preis für den Bau | Was der laufende Betrieb kostet und was ein Wechsel später bedeutet |
| Was ist alles dabei? | Den Umfang des Angebots | Ob dieser Umfang zu dem passt, was die Seite leisten soll |
| Bringt mir das mehr Anfragen? | Ob Anfragen für den Anbieter überhaupt ein Thema sind | Woran ihr gemeinsam sehen wollt, ob es funktioniert hat |
| Mit welchem System arbeitet ihr? | Womit du im Alltag künftig arbeitest | Wem die Zugänge zu diesem System gehören |
In der rechten Spalte steckt ein Muster. Alles, was offen bleibt, betrifft die Zeit nach dem Launch. Ein Angebot beschreibt einen Bau, und ein Bau ist irgendwann fertig. Deine Website ist danach jahrelang in Betrieb, und in diesen Jahren fallen die Entscheidungen, die dich später ärgern oder eben nicht.
Die drei Fragen, die ein Angebotsvergleich nicht abdeckt
Sie stehen neben den fünf oben und klären den Teil, den kein Angebot beschreibt.
Wo liegt die Domain, und auf wessen Namen ist sie registriert?
Die Domain ist der eine Teil, der dich überallhin begleitet. Design, Inhalte und Technik kannst du in fünf Jahren komplett austauschen, deine Adresse im Netz bleibt dieselbe. Sie liegt bei einer Firma, sie ist auf einen Namen eingetragen, und einmal im Jahr bucht jemand die Verlängerung von irgendeiner Karte ab.
Drei kurze Nachfragen klären das:
- Bei welcher Firma ist die Domain registriert, und komme ich dort selbst hinein?
- Auf welchen Namen läuft der Eintrag, auf meinen Betrieb oder auf den Anbieter?
- Welche Karte zahlt die jährliche Verlängerung?
Die Antworten kosten zwei Minuten und ändern nichts am Preis des Projekts. Sie ändern, wie leicht du in drei Jahren umziehen kannst, falls du das je willst. Ein Umzug läuft über den AuthInfo-Code, und den bekommt, wer als Inhaber eingetragen ist. Steht dort nicht dein Betrieb, hängt dein Umzug an der Antwortzeit von jemand anderem. Wie Domain, DNS und E-Mail zusammenhängen und warum die Trennung sinnvoll ist, steht ausführlich in unserem Leitfaden zu DNS, Domains und E-Mail.
Wer hat Zugriff, und worauf genau?
Eine Website ist kein einzelner Zugang. Dahinter liegen die Domain, das DNS, das Hosting, das Redaktionssystem, die Mailboxen, die Statistik und die Stelle, an der die Formulare landen. Diese Konten entstehen über Jahre, nacheinander, jedes zu einem Zeitpunkt, an dem es genau richtig war. Eine vollständige Liste davon fehlt oft, weil es dafür nie eine feste Form gab.
Frag am Anfang nach dieser Liste, und frag, wer welchen Zugang hält. Dahinter steht eine einfache Grundregel. Die Konten gehören deinem Betrieb, und der Anbieter bekommt eine Rolle darin. Welche Zugänge dazugehören und wer sie jeweils halten sollte, haben wir in Wer hat eigentlich Zugriff auf deine Website? vollständig aufgeschrieben.
Was soll die Website erreichen, außer gut auszusehen?
Das ist die unbequemste der drei, weil es dafür kein Formularfeld gibt. Gut auszusehen ist ein echtes Ziel. Es ist nur kein vollständiges. Eine Seite, die gut aussieht und offenlässt, was auf ihr passieren soll, lässt sich hinterher schwer beurteilen. Niemand kann sagen, ob sie funktioniert, weil vorher niemand gesagt hat, woran sich das erkennen ließe.
Leichter wird die Frage, wenn du sie umdrehst: Wie sieht eine gute Woche auf deiner Website aus? Für den einen Betrieb sind das fünf Anfragen über das Formular. Für den nächsten sind es zwanzig Anrufe weniger, weil Öffnungszeiten und Preise endlich dort stehen, wo Leute sie suchen. Für eine Firma, die dringend Personal sucht, sind es zwei brauchbare Bewerbungen.
Sobald diese Antwort steht, entscheidet sich vieles andere fast von selbst. Die Startseite bekommt eine Aufgabe, das Kontaktformular auch, und dein Anbieter kann dir sagen, was er dafür baut und was er dafür weglässt.
Warum diese drei Fragen im Angebot keinen Platz haben
Das hat wenig mit Nachlässigkeit zu tun. Die fünf üblichen Fragen sind die Sprache, die der Markt anbietet. Sie stehen in fast jedem Angebot, und sie lassen sich nebeneinanderlegen. Die drei anderen beschreiben einen Zustand, der erst nach dem Launch eintritt. Dafür gibt es keine Zeile im Angebot und keinen Preis, an dem man sie festmachen könnte.
Wenn eine Domain auf den Namen des Anbieters läuft, gibt es für ihn wenig Anlass, das Thema von sich aus anzuschneiden. Das ist selten böse gemeint. Es fällt im Alltag einfach niemandem auf.
Ein guter Anbieter bringt sie von sich aus mit
Hier liegt der eigentliche Punkt, und er nimmt dir Arbeit ab. Du musst diese Checkliste nicht mitschleppen. Wenn jemand im Erstgespräch von sich aus erklärt, wo deine Domain liegen wird, wer welchen Zugang bekommt und was die Seite erreichen soll, sagt dir das mehr über die kommenden Jahre als jede Funktionsliste. Das ist eines der klarsten Signale im ganzen Gespräch. Welche Anzeichen sonst noch dazugehören, steht in woran du eine gute Webagentur erkennst.
Wir bringen diese Punkte im Erstgespräch selbst zur Sprache. Es ist vor allem eine Frage des Tons. Wer zuerst nach Preis und Dauer fragt, hat nichts falsch gemacht, und die drei Fragen kommen einfach dazu. Sie sind schnell geklärt, und beide Seiten haben es danach leichter.
Falls sie von der anderen Seite nicht kommen, hast du sie jetzt. In einer Form, die sich im Gespräch wie eine ganz normale Nachfrage anfühlt:
- Auf welchen Namen ist meine Domain registriert, und bei welcher Firma liegt sie?
- Welche Zugänge gehören zu meiner Website, und wer hält sie?
- Woran werden wir in einem Jahr sehen, ob die Seite ihre Aufgabe erfüllt?
Preis und Termin beschreiben nur den Bau
Preis und Termin bleiben wichtig, daran ändert sich nichts. Sie beschreiben den Bau, die drei Fragen weiter oben den Betrieb danach. Wir klären diese Punkte am Anfang, schon weil wir Jahre später noch mit derselben Seite zu tun haben. Wenn dich dabei besonders beschäftigt, wem die Website am Ende gehört, geht Wem gehört meine Website beim Abo? genau dieser Sorge nach, und bei unseren Tarifen siehst du, wie der laufende Teil aufgesetzt ist.