Über 40 Prozent aller Websites laufen auf WordPress (W3Techs, 2026). Viele kleine Betriebe in Österreich gehören dazu, und ein guter Teil davon würde gern wechseln. Die Update-Hinweise nerven, irgendein Plugin macht Sorgen, und die Website fühlt sich Jahr für Jahr träger an. Die Frage ist nur: weg wohin?
Hier ist der ehrliche Überblick, was WordPress 2026 tatsächlich ersetzen kann und welche Option zu welchem Betrieb passt.
Warum wollen kleine Betriebe weg von WordPress?
Drei Gründe tauchen immer wieder auf:
- Die laufende Wartung frisst Zeit.
- Die Plugins sind ein Sicherheitsrisiko.
- Die Website wird mit jedem Jahr langsamer und unübersichtlicher.
Keiner dieser Gründe hat mit WordPress als Redaktionssystem an sich zu tun. Alle drei hängen am Plugin-Modell, auf dem WordPress aufbaut.
Das Plugin-Modell ist die eigentliche Sollbruchstelle. Du installierst eine Erweiterung von einer fremden Person, vergisst sie, und Jahre später schiebt ein automatisches Update Code auf deine Live-Website, den niemand bei dir gelesen hat. Genau so lief der Angriff im April 2026 ab, bei dem über 30 gekaufte Plugins gleichzeitig eine Hintertür aktiviert haben. Wie das im Detail funktioniert hat, steht in unserem Beitrag dazu: Noch auf WordPress? Was der 30-Plugin-Angriff bedeutet.
Wer aus einem dieser drei Gründe wechselt, sollte bei der Alternative darauf achten, dass sie das jeweilige Problem auch wirklich löst. Ein Baukasten nimmt dir das Plugin-Risiko ab, aber nicht die Pflege. Ein neues Projekt löst das Tempo-Problem, holt dir die Wartung aber zurück. Es lohnt sich, genau hinzusehen.
Welche Alternativen zu WordPress gibt es 2026?
Grob gibt es vier Wege weg von WordPress. Einen Baukasten wie Wix oder Squarespace, eine EU-native Plattform wie Jimdo, eine individuell entwickelte Website auf einem schlanken, plugin-freien Stack oder ein betreutes Website-Abo. Welcher passt, hängt davon ab, wie viel du selbst machen willst und wie wichtig dir Datenschutz und Ladezeit sind.
Die vier unterscheiden sich weniger im Aussehen des Ergebnisses als in der Frage, wer die Arbeit macht und wo deine Daten liegen. Beim Baukasten machst du alles selbst. Bei einer individuellen Entwicklung zahlst du vorab viel und kümmerst dich danach um die Wartung. Beim Abo gibst du beides ab. Diesen Unterschied haben wir in einem eigenen Vergleich aufgeschlüsselt: Baukasten, Agentur oder Website-Abo.
| Option | Wer macht die Arbeit | Hosting in der EU | Passt für |
|---|---|---|---|
| Baukasten (Wix, Squarespace) | Du baust, textest und pflegst | Nein, keine EU-Unternehmen | Freelancing, Vereine, eine sehr frühe Gründungsphase |
| EU-native Plattform (Jimdo) | Du baust, textest und pflegst | Ja, Sitz in Hamburg | Dasselbe Selbermachen mit EU-Hosting |
| Individuelle Entwicklung | Wird für dich gebaut, Wartung danach bei dir | Je nach Stack | Etwas Individuelles mit interner Wartung |
| Betreutes Abo | Der Anbieter baut und betreut | Ja | Ein kleiner Betrieb ohne eigene Technik |
Sind Wix, Squarespace und Jimdo gute WordPress-Alternativen?
Für eine einfache Website ja, mit zwei Einschränkungen. Du baust, textest und pflegst selbst, und du bewegst dich im Template-Rahmen der Plattform. Jimdo kommt aus Hamburg und hostet innerhalb der EU. Wix und Squarespace sind keine EU-Unternehmen, was beim Datenschutz zur eigenen Frage wird.
Baukästen lösen das Plugin-Problem sauber. Es gibt keinen Marktplatz mit fremdem Code, der dir die Website kapern kann. Die Plattform kümmert sich um Sicherheit und Server. Dafür übernimmst du die gesamte inhaltliche Arbeit, und das Design bleibt erkennbar Template. Für Freelancing, Vereine oder eine sehr frühe Gründungsphase ist das oft genau richtig.
Der Unterschied zwischen den Anbietern, der in den meisten Vergleichen fehlt, ist die Herkunft. Jimdo ist ein deutsches Unternehmen und hostet in der EU, was die Datenschutzfrage von vornherein entschärft. Squarespace sitzt in den USA. Damit sind wir beim Thema, das für österreichische Betriebe oft den Ausschlag gibt.
Was bedeutet die DSGVO bei der Wahl der Plattform?
Wo deine Website hostet und wohin sie Daten schickt, ist in Österreich eine Frage mit rechtlichen Konsequenzen. Bei US-Anbietern hängt die Zulässigkeit am EU-US Data Privacy Framework, das schon einmal gekippt wurde. Eine Website, die in der EU hostet und nichts an Dritte schickt, erspart dir diese Unsicherheit von Anfang an.
Die Vorgeschichte erklärt, warum das heikel ist. Der EuGH hat im Juli 2020 das damalige Datenschutzabkommen Privacy Shield für ungültig erklärt, weil US-Behörden zu weit auf europäische Daten zugreifen konnten (EuGH, 2020). Seit Juli 2023 gilt das Nachfolgeabkommen, das EU-US Data Privacy Framework (EU-Kommission, 2023). Datenschützer haben bereits angekündigt, auch dieses Framework zu prüfen. Es kann denselben Weg gehen wie sein Vorgänger.
Das ist kein theoretisches Risiko. Das Landgericht München hat im Jänner 2022 entschieden, dass schon das Einbinden von Google Fonts direkt von Googles Servern eine Datenschutzverletzung ist, weil dabei die IP-Adresse der Besuchenden in die USA übertragen wird (LG München I, 2022). Genau solche externen Einbindungen schleppen viele WordPress-Themes und Plugins unbemerkt mit. Eine Website, die Schriften lokal lädt, in der EU hostet und keine fremden Skripte einbindet, hat dieses Problem schlicht nicht.
Für einen Betrieb in Österreich bedeutet das: Die Plattformwahl ist auch eine Datenschutzentscheidung. Wer in der EU hostet und auf externe Dienste verzichtet, vermeidet diese Unsicherheit von Anfang an.
Die wartungsfreie WordPress-Alternative: eine betreute Website ohne Plugins
Wer keine Zeit für Updates hat und niemanden im Haus, der sich um Technik kümmert, für die Person ist ein betreutes Website-Abo die direkteste WordPress-Alternative. Du bekommst eine individuell gestaltete Website, in der EU gehostet, ohne Plugin-Marktplatz und ohne Update-Pflicht. Eine Person betreut sie, du schreibst eine Nachricht, wenn sich etwas ändern soll.
Das Modell beantwortet alle drei Gründe von oben auf einmal. Es gibt keine Plugins, also kann ein gekauftes Plugin nicht zur Hintertür werden. Die Wartung läuft über den Anbieter, nicht über dich. Und weil der Stack schlank gehalten ist, bleibt die Website schnell, statt mit jedem Jahr mehr Ballast anzusammeln. Das Hosting in der EU nimmt die Datenschutzfrage gleich mit.
Solche Abos liegen je nach Umfang bei € 295 bis € 550 pro Monat, ohne Vorabkosten. Ob das günstiger ist als ein einmaliges Projekt mit separater Wartung, hängt vom Zeitraum ab. Die Rechnung über drei Jahre haben wir hier durchgerechnet: Was kostet eine professionelle Website wirklich?.
Der Kompromiss ist real. Du besitzt den Code nicht so wie bei einem eigenen Projekt, und für eine komplexe Webanwendung oder einen großen Shop ist das Modell zu eng. Für die Firmenwebsite eines kleinen Betriebs, die einfach laufen und aktuell bleiben soll, ist es die wartungsärmste Option.
Welche WordPress-Alternative passt zu deinem Betrieb?
Beantworte zwei Fragen. Wie viel Zeit hast du tatsächlich für die Pflege deiner Website pro Monat, und wie wichtig ist dir, dass deine Daten und die deiner Besuchenden in der EU bleiben?
Wenn du gern selbst baust und Zeit dafür hast, ist ein Baukasten ein sauberer Ausstieg aus dem Plugin-Risiko. Achte auf einen Anbieter, der in der EU hostet. Wenn du etwas Individuelles brauchst und intern jemanden für die Wartung hast, ist eine eigene Entwicklung die richtige Wahl. Wenn beides nicht zutrifft, und das ist bei den meisten kleinen Betrieben der Fall, dann nimmt dir ein betreutes Abo genau die Arbeit ab, wegen der du überhaupt weg von WordPress willst.
Eine universell richtige Antwort gibt es nicht. Aber für deinen konkreten Betrieb ist sie meist klarer, als sie sich anfühlt. Wenn du wissen willst, wie das betreute Modell in der Praxis aussieht, klären die häufigen Fragen die Details, die die meisten vor einer Entscheidung geklärt haben wollen.